Archiv des Autors: Uwe Lehnen

Winterwanderung 2019

Nicht Fre­itag der 13.te, son­dern Son­ntag, der 13. Jan­u­ar war Start­punkt in das diesjährige Vere­insleben mit der ersten Whisky­wan­derung des Jahres. Das Wet­ter war durchwach­sen.  Mor­gens noch reg­ner­isch, klärte sich gegen Mit­tag der Him­mel auf. Jedoch blieben dun­kle Wolken unser ständi­ger Begleit­er.

Aus­gangspunkt der Win­ter­wan­derung war der “Sin­gende Wirt” in Iggel­heim. Kurz nach 15 Uhr trafen sich rund 25 uner­schrock­ene Whiskyen­thu­si­as­ten, stärk­ten sich mit dem ersten Dram, schaut­en skep­tisch in den Him­mel und gin­gen dann auf Schus­ters Rap­pen auf Wan­der­schaft. Nach rund einem Kilo­me­ter gab es am Kel­metschwei­her den ersten Dram, der leicht ein­set­zende Niesel­re­gen sorgt gekon­nt für eine ele­gante Verdün­nung des darg­ere­icht­en Aber­lour, 13 Jahre, Sin­gle Cask mit 57,7%.

An der Rehbach­brücke fol­gte der zweite Stopp und der zweite Dram, ein Edradour Vin­tage 2007 von Sig­na­to­ry mit 58,1%. Unbeir­rt ging es weit­er, so langsam set­zte die Däm­merung ein und es wurde fin­ster im tiefen Tann. Als moralis­che Unter­stützung folge bald der dritte Dram. Vom unab­hängigem Abfüller Dou­glas Laing, aus der Rei­he Old Par­tic­u­lar wurde ein 24 Jahre alter Tullibardin mit 51,5% her­vorgeza­ubert.

So gestärkt ging es zurück zum “Sin­gen­den Wirt”, keine Minute zu früh erre­icht­en wir unser ersehntes Ziel. Kaum waren wir alle drin, so öffneten sich die Schleusen des Him­mels und ertränk­ten die Welt.

Wir aber saßen trock­en, warm und gemütlich bei Pfälz­er Spezial­itäten und ließen es uns so richtig gut gehen.

Gesät­tigt und froh gab es zum Dessert noch was ganz beson­deres, von Gor­don & MacPhail, Con­nois­seurs Choise, ein Glen­burgie, gelagert in einen first fill sher­ry butt von 1997 bis 2018 (20 Jahre) mit immensen 59,9%. Weiche Noten von Schoko­lade, Chili und Fruchtkuchen schme­ichel­ten dem Gau­men.

Nikolaustasting mit Ewald Stromer

Laßt uns froh und munter sein und uns recht von Herze fre­un”

so begin­nt eine der bekan­ntesten Volk­sweisen zum Advent. Inzwis­chen sind wir ein wenig erfahren­er und reifer gewor­den und stellen schon längst nicht mehr den Stiefel vor die Tür (es sei denn wir sind aus­gewiesene Fetis­chis­ten und lassen uns wie Quentin Taran­ti­no in dem Film “From Dusk Till Dawn” von Salma Hayek alias San­tan­i­co Pan­de­mo­ni­um mit dem Wass­er des Lebens ver­führen).

Nun aber zurück in die nicht min­der schöne Real­ität. Die jugendliche Kraft und Neugi­er der Kind­heit haben wir uns erhal­ten und lediglich den Stiefel gegen das Tast­ing­glas getauscht. In die Rolle des Niko­laus schlüpfte Ewald J. Stromer, Marken­botschafter von Bruich­lad­dich, und seine Gaben­truhe war wieder ein­mal reich gefüllt. Bere­its zum zweit­en Mal durften wir Ewald in unserem Vere­in begrüßen. Das auf 60 Plätze lim­i­tierte Vere­in­stast­ing war inner­halb von Tagen aus­ge­bucht.

Damals bei seinem ersten Besuch führte uns Ewald in das The­ma “We believe Ter­roir Mat­ters” ein, das Bruich­lad­dich seit­dem weit­er kon­se­quent fort­führt. Inzwis­chen ver­sor­gen 19 Far­men auf Islay Bruich­lad­dich mit Ger­ste, das ist immer­hin rund ein Drit­tel des gesamten Bedar­fes. Sorten wie Optic, Oxbridge, Con­cer­to und Pub­li­can find­en wieder Ver­wen­dung. Wer mehr zu dem The­ma wis­sen möchte, dem empfehlen wir unseren Beitrag zum ersten Tast­ing mit Ewald von Okto­ber 2015.

Dem Anlass entsprechend war der Tast­in­graum dieses Mal entsprechend her­aus­geputzt, zum Ein­tritt gab es die oblig­a­torische Niko­laus­mütze und einen Begrüßungscock­tail auf Basis von Botanist, Port Char­lotte und rotem Wer­mut.

Den Anfang macht­en die unge­torften Abfül­lun­gen: Islay Bar­ley 2009, Islay Bar­ley 2010 und The Clas­sic Lad­die. Wun­der­bare Aromen wie weiche Vanille, Malz, süße Frucht­noten, Zitrone, mar­itime Noten, gepaart mit wun­der­bar aus­bal­anciert­er Cremigkeit und Öligkeit wet­teifern um die Aufmerk­samkeit unser­er Sen­sorik.

Als 2012 der franzö­sis­che Konz­ern Rémy Coin­treau die Des­til­lerie Bruich­lad­dich über­nahm, ging ein Auf­schrei durch die Whiskyge­meinde. Was würde aus der “Pro­gres­siv Hebridean Dis­tillery” wer­den. Inzwis­chen wis­sen wir, dass die Über­nahme ein Glücks­fall war. Die damals ein­geleit­ete Straf­fung des Port­fo­lio wurde bere­its durch Jim McE­wan ein­geleit­et. Rémy Coin­treau stärk­te die Ver­trieb­swege, mis­chte sich anson­sten aber in die Kreativ­ität und Aus­ge­fal­l­en­heit von Bruich­lad­dich nicht ein.

Nach dem Auss­chei­den von Jim McE­wan über­nahm dessen Zögling Adam Han­nett die Posi­tion des Head Dis­tillers bei Bruich­lad­dich und set­zt seit­dem den Stil des Haus­es unbeir­rt fort.

Bevor es rauchig wurde kon­nten wir uns aus­giebig stärken mit den all­seits bekan­nten guten High­land Cat­tle Würsten der Fam­i­lie Strubel, irischem Kilken­ny sowie Weißbrot und Käse.

So gestärkt ging es an die Verkos­tung der rauchi­gen Abfül­lun­gen: Port Char­lotte 10, Port Char­lotte Islay Bare­ly 2011 und Port Char­lotte MRC:01 2010 (alle mit rund 40 ppm). Immer wieder faszinierend ist die unter­schiedliche Sen­sorik der bei­den erst­ge­nan­nten PC’s. Während der PC 10 in der Nase kaum Rauch bietet, kommt der PC Islay Bare­ly in der Nase schon kräftig daher, auf dem Gau­men präsen­tieren sich bei­de PC’s genau gegen­läu­fig. Mann kön­nte stun­den­lang darüber philoso­phieren. Der PC MRC:01 reifte die ersten fünf Jahre in first filled Bour­bon Fässern und lagerte anschließend zwei Jahre in exk­lu­siv aus­gewählten Rotwe­in­fässern. Diese Abfül­lung ist der Wahnsinn, beson­ders die schoko­ladi­gen Noten faszinieren immer wieder.

Zum Abschluss gab es den Kracher schlechthin, den Octo­more 9.1. Um die 156 ppm ins Korn zu kriegen wurde die Ger­ste fünf Tage im Tor­frauch getrock­net. Das fer­tige Des­til­lat reifte anschließend fünf Jahre in amerikanis­ch­er Eiche (Bour­bon geht, Octo­more kommt. Schon ken­nt ihr die amerikanis­che Vor­bele­gung). Noten von Creme Brulee schweben an der Zunge vor­bei. Traumhaft.

Und wie immer wenn es schön ist, verge­ht die Zeit wie im Fluge. Was für ein toller Abend, was für ein tolles Tast­ing. Ewald führte mit der ihm eige­nen Lock­er­heit und Läs­sigkeit durch das Tast­ing und unter­hielt uns mit der einen oder anderen Anek­dote aus der Whiskyszene und Bruich­lad­dich aufs Köstlich­ste.

Und wie ich mit der alten Volk­sweise begann, so schließe ich mit der­sel­ben.

Ewald ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann”.

 

 

 

Helferfest 2018

Das Vere­in­s­jahr neigt sich dem Ende ent­ge­gen. Was hat­ten wir dieses Jahr nicht alles für geile Ver­anstal­tun­gen: Whisky­wan­derun­gen im Früh­jahr und im Herb­st, Mit­gliederver­samm­lung, Reise nach Orkney und Spey­side, Fam­i­lien­fest, 5-jähriges Vere­in­sju­biläum, Vere­in­saus­flug an die Mosel, Sum­mer Irish Night, G.O.D und natür­lich die Böh­ler Ker­we über vier Tage.

Das alles ist nur möglich mit vie­len engagierten und tatkräfti­gen Helfern die mit Lust, Laune und Herzblut dabei sind. Als kleines Dankeschön trafen sich fast alles Helfer und durften es sich in der Mußbach­er Wein­bi­et Man­u­fak­tur bei Wurst, Weck, neuem Wein und Whisky so richtig gut gehen lassen.

Vorstandssitzung Nr. 60

Ein kleines Jubiläum im großen Jubiläum­s­jahr des Vere­ins. Zum 60-igsten Mal traf sich der Vor­stand zu seinem monatlichen Arbeit­str­e­f­fen. Begin­nend mit einem leck­eren Aben­dessen und dem ein oder anderen guten Tropfen Whisky disku­tierten wir über alle Belange des Vere­ines. Die Atmo­sphäre ist fre­und­schaftlich, lock­er und inspiri­erend. Viele Ideen und Anre­gun­gen sind bere­its in den Ver­anstal­tungskalen­der für das kom­mende Jahr einge­flossen und wer­den in den näch­sten Monat­en sukzes­sive mit Leben gefüllt. Zurück­blick­end war dies ein wun­der­volles Vere­in­s­jahr mit vie­len schö­nen Ver­anstal­tun­gen. Vie­len her­zlichen Dank an all die fleißi­gen Helfer, die dies ermöglicht haben. Den näch­sten Ver­anstal­tun­gen fiebern wir mit großer Vor­fre­unde ent­ge­gen und wün­schen euch bis dahin slainte mhath.

Whisky-Wanderung am 11.03.2018

Endlich war es wieder so weit, die Whisky-Fre­unde trafen sich am 11.3. zur ersten Whisky­wan­derung des Jahres. Rund 25 Whisky-Fre­unde trafen sich am Iggel­heimer Naturfre­un­de­haus. Auf Schus­ters Rap­pen ging es in ein­er gemütlichen Runde durch den Böh­ler Wald, vor­bei am Bruch­häusel.

Zur Stärkung wurde während der Wan­derung der ein oder andere leckere Tropfen aus­geschenkt.

Nach rund zwei Stun­den kehrten wir im Naturfre­un­de­haus ein, ger­adezu pünk­tlich bevor wir vom ein­set­zen­den Regen zu arg getrof­fen wur­den. Bei Pfälz­er Leck­ereien, anre­gen­den Gesprächen und dem ein oder anderem Dram ließen wird den Abend gemütlich ausklin­gen.

Ach ja, fol­gende erlesene Tropfen wur­den aus­geschenkt:

  • Teel­ing, Sin­gle Cask Nr. 16564, Arma­gnac-Fass (franz. Brandy aus der Gascogne), 12 Jahre, Fassstärke mir 58,7%
  • Mur­ray McDavid, Glen­burgie, 21 Jahre mit 46%
  • Dou­glas Laing, Gle­nal­lachie, 25 Jahre, Fassstärke mit 50,6%
  • Sig­na­to­ry, Bun­na­hab­hain, 28 Jahre, Fassstärke mit 48,6%

 

Unter­wegs mit den „Whisky Fre­un­den Pfalz e.V.“, immer ein beson­deres Erleb­nis.